DIE ERNTE UND AUFBEREITUNG VON KAFFEE – KENNEN SIE PICKING, STRIPPING ODER DIE NASSE AUFBEREITUNG?

Herkunft von Kaffee

Wer Kaffee sagt, meint häufig das schwarze Getränk, das die Menschen mittlerweile den ganzen Tag über konsumieren. Doch eigentlich fallen unter den Begriff Kaffee sowohl die Pflanze, die gerösteten Samen als auch das letztendliche Getränk.

Bevor der Kaffee jedoch als Espresso, Café Creme oder Cappuccino in der Tasse landet, wächst er als kleiner Baum oder Strauchgewächs. Die klimatischen Anforderungen sorgen dafür, dass die Kaffeepflanze vornehmlich in tropischen Regionen wächst und gedeiht.

Doch wissen Sie, wo Kaffee eigentlich überall angebaut wird? Es gibt nur einen Kontinent, auf welchem kein Kaffee wächst, sondern nur getrunken wird. Dabei handelt es sich um Europa. In Südamerika, in Asien, in der Karibik und sogar in Australien gibt es die unterschiedlichsten Kaffeesorten, die auf den Plantagen gedeihen.



Die Bedeutung der Kaffeebauern

Wer sich hierzulande Kaffee kauft, sieht wahrscheinlich lediglich den Verkäufer im Einzelhandel. Dabei spielen unterschiedliche Gruppen bei der Ernte und Produktion von Kaffee eine wichtige Rolle. Eine davon sind die Kaffeebauern. Weltweit leben über 100 Millionen Menschen direkt oder indirekt von der Kaffee-Industrie.

Insgesamt 25 Millionen Menschen leben vom direkten Anbau von Kaffee - die sogenannten Kaffeebauern. In den meisten Ländern leben diese am Existenzminimum. Vom Verkaufspreis in Deutschland kommt nur ein sehr geringer Anteil bei den Kaffeebauern weltweit an.


Unterschiede bei der Kaffee-Ernte


Kaffee-Ernte ist nicht gleich Kaffee-Ernte - das sollten Sie sich als Kaffee-Liebhaber merken. Denn je nach regionalem Klima unterscheidet sich schon der Zeitpunkt der Ernte erheblich. Teilweise können die Kaffee-Bauern sogar wöchentlich ihre Plantagen abernten - hätten Sie das gedacht?

Während in Kenia die Bauern fast wöchentlich nach reifen Kaffeekirschen suchen, findet in Brasilien die Ernte saisonal statt. Es unterscheiden sich somit nicht nur die Kaffeebohnen, sondern auch Dauer, Zeitpunkt und nicht zuletzt die Methode offenbaren deutliche Unterschiede.

Dabei gibt es einen faszinierenden Fakt - da es keinen festen Zeitpunkt für die Kaffee-Ernte gibt und sich die Gegebenheiten regional unterscheiden, wird das ganze Jahr über Kaffee geerntet. Falls Sie mal gefragt werden, wann der beste Zeitpunkt für die Kaffee-Ernte ist, können Sie mit Fug und Recht "Immer" behaupten.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Methoden der Ernte, die weltweit verbreitet sind. Mehr über die Vorgehensweisen und Besonderheiten von Stripping, Picking und der maschinellen Methode gibt es im folgenden Abschnitt.

Die Picking-Methode

Das Picking ist eine vergleichsweise aufwändige Methode, um den Kaffee zu ernten. Alle Kaffeekirschen werden einzeln und händisch gepflückt. Doch was ist das Problem?

In den meisten Regionen befinden sich gleichzeitig reife und unreife Kaffeekirschen an den Pflanzen. Dies bedeutet, dass die Kaffeebauern Frucht für Frucht sortieren müssen. Bei der Picking-Methode werden nur die reifen Kaffeekirschen gepflückt.

Für Sie als Genießer bedeutet dies eins: Hohe Qualität!
Alle Kaffeekirschen haben den gleichen Reifegrad. Dies wirkt sich extrem positiv auf den Geschmack aus! Weil die Frucht genügend Zeit zum Reifen hat, können sich viel mehr Aromen bilden. Das Geschmacksbild wird viel komplexer.

Die Stripping-Methode

Die Stripping-Methode ist für die Bauern deutlich schneller. Alle Früchte werden mit der Hand von den Pflanzen abgestreift. Unter den Kaffeepflanzen befinden sich Tücher, die die Kirschen automatisch auffangen. Beim Stripping handelt es sich um die kostengünstigere Methode der Kaffee-Ernte. Allerdings müssen die Bauern die unreifen Früchte aussortieren und können diese nicht mehr verwenden. Ob reif oder unreif - da wird beim Stripping kein Unterschied gemacht.


Maschinelle Ernte

Die maschinelle Methode ist die dritte Variante zum Ernten von Kaffee. Unabhängig vom Reifegrad der einzelnen Kaffeekirschen werden alle Früchte maschinell abgestreift. Die Erntemaschinen kämmen durch die Äste der Kaffeepflanzen. Der Einsatz erfolgt automatisiert, der Aufwand ist für die Kaffeebauern gering. Übrigens kommt die maschinelle Ernte vornehmlich in Brasilien zum Einsatz. Schließlich brauchen die Maschinen einen ebenen Untergrund, da diese in gebirgigen Regionen an ihre Grenzen stoßen.


Die Verarbeitung: Trocken, Halbtrocken oder Nass

Im Anschluss steht die Verarbeitung der Kaffeekirschen an. Je nach Wahl der Aufbereitungsmethode verändern sich Qualität und Geschmack der Bohnen und des Kaffees.

Bei der trockenen Aufbereitung dürfen die Kaffeekirschen im Freien trocknen. Ein paar Wochen später sind die Kirschen für die Verarbeitung bereit. Das Fruchtfleisch wird entfernt und die Kaffeebohnen treten hervor.

Von Hand gepflückte Kaffeebohnen eignen sich grundsätzlich für die nasse Aufbereitung. Dafür bedarf es einer großen Menge an Wasser. Spätestens einen Tag nach der Kaffee-Ernte muss die Aufbereitung beginnen. Zunächst werden die Kaffeekirschen im Wasserbecken sortiert. Im Anschluss wird das Fruchtfleisch entfernt, die Pergamenthaut bleibt bei dieser Variante jedoch dran. Im nächsten Schritt werden die Kaffeekirschen gegärt. Nach dem Gärungsprozess erfolgen das Waschen der Bohnen und die Trocknung. Im letzten Schritt wird die Pergamenthaut entfernt. Durch einen weiteren Sortierdurchgang ist die größtmögliche Qualität gewährleistet.

Die halbtrockene Aufbereitung ist ein Mittelweg. Die Qualität ist höher als bei der trockenen Aufbereitung, der Aufwand geringer als bei der nassen Variante. Die Kaffeeproduzenten verzichten auf die Fermentation und trocknen die Kaffeebohnen ohne Gärung.


Fazit - alles über die Kaffee-Ernte

Der Anbau von Kaffee findet in tropisch-äquatorialen Gegenden statt. Diese gibt es auf der ganzen Welt mit Ausnahme von Europa. Je nach Kaffeesorte und Region findet die Ernte zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. Bei der Ernte kommen das Picking, das Stripping und maschinelle Verfahren zum Einsatz. Je nach Ernte und Verarbeitung unterscheiden sich Qualität und Geschmack. Wenn Sie sich das nächste Mal an Ihrem einzigartigen Kaffee-Geschmack erfreuen, wissen Sie, dass Region, Ernte und Verarbeitung einen maßgeblichen Beitrag zu Ihrem Genuss geleistet haben.


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