Säurearmer Kaffee - was Sie wissen müssen!

Säurearmer Kaffee: was wirklich auf den Magen schlägt – und was nicht

Wer Kaffee liebt, aber nach der Tasse mit Sodbrennen oder einem Druckgefühl im Magen zu kämpfen hat, vermutet oft zu Recht die Säure als Ursache. Nur: Säure ist nicht gleich Säure. Im Kaffee spielen im Wesentlichen zwei Gruppen eine Rolle – und nur eine davon ist für das mulmige Bauchgefühl verantwortlich. Dass säurearmer Kaffee besser verträglich ist, liegt also nicht an einem Kunststück, sondern an ein paar grundsätzlichen Dingen, die man im Anbau, vor allem aber in der Rösterei richtig machen muss. Und weshalb die meisten Supermarktkaffee nicht magenverträglich sind, das erfahren Sie auch hier.

Säurearmer Kaffee

 


AUSGEZEICHNETE RÖSTUNGEN
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Die zwei Gesichter der Kaffeesäure

Grob gesagt lassen sich die Säuren im Kaffee in zwei Bereiche teilen – und genau diese Unterscheidung ist der Schlüssel zum Verständnis von säurearmem Kaffee.

Die geschmacklichen Säuren – der Grund, warum Kaffee schmeckt

Zitronensäure, Apfelsäure, Weinsäure, Essigsäure, Phosphorsäure: das sind die Fruchtsäuren, die jedem guten Kaffee seinen Charakter geben. Sie sind der Grund, warum ein äthiopischer Hochlandarabica nach Zitrus und Bergamotte schmeckt, ein kolumbianischer nach roten Beeren und ein brasilianischer nach Schokolade und Nuss. Ohne diese feinen Säuren wäre Kaffee flach, platt, langweilig. Ein guter Röster wird Ihnen sagen: Ein Espresso ohne Säure ist kein Espresso, das ist braune Brühe. Diese Säuren sind für den Magen in normaler Konzentration kein Problem.

Die Chlorogensäure – die Säure, die auf den Magen schlägt

Chlorogensäure ist eine andere Geschichte. Sie trägt geschmacklich wenig bei, sie steckt in der grünen Bohne in reichlich Menge – und genau sie ist es, die bei zu hoher Konzentration empfindliche Mägen reizt. Sodbrennen, Druckgefühl, Übelkeit nach dem Kaffee: In den allermeisten Fällen ist nicht der Kaffee an sich das Problem, sondern zu viel Chlorogensäure im Kaffee. Ein säurearmer Kaffee ist in Wahrheit ein chlorogensäurearmer Kaffee.

Warum Supermarktkaffee so oft auf den Magen geht

Chlorogensäure ist hitzeempfindlich. Je länger und schonender eine Bohne geröstet wird, desto mehr Chlorogensäure wird im Röstprozess abgebaut. Darin liegt der ganze Unterschied zwischen magenfreundlichem und magenunfreundlichem Kaffee.

Industrielle Schnellröstverfahren, wie sie für die meisten Supermarktkaffees verwendet werden, arbeiten mit sehr hoher Hitze über wenige Minuten. Die Bohne wird außen dunkel, innen aber kaum verändert – die Chlorogensäure bleibt zu großen Teilen erhalten. Dazu kommen oft minderwertige Rohbohnen und ein hoher Robusta-Anteil, was den Säureeffekt noch verstärkt. Das Ergebnis ist ein Kaffee, der zwar kräftig aussieht und günstig ist, dem Magen aber genau das liefert, was er nicht verträgt.

Schonend gerösteter Kaffee geht den umgekehrten Weg. In einem Trommelröster wird die Bohne bei moderaten Temperaturen von etwa 180 bis 210 Grad über 15 bis 20 Minuten langsam durchgeröstet. Die Hitze dringt gleichmäßig bis ins Innere, die Chlorogensäure wird deutlich reduziert, die Aromen bekommen Zeit, sich zu entwickeln. Heraus kommt ein aromatischer, säurearmer Kaffee, der bekömmlich ist, ohne dass er geschmacklich eindimensional wird.

Kurz gesagt: Säurearmer Kaffee entsteht in der Rösterei, nicht auf dem Feld. Wer Kaffee mit wenig Chlorogensäure sucht, sucht in Wahrheit einen schonend langzeitgerösteten Kaffee aus dem Trommelröster.

Arabica oder Robusta: welche Bohne ist magenfreundlicher?

Neben der Röstung spielt die Kaffeesorte die zweitwichtigste Rolle. Die beiden handelsüblichen Sorten unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung deutlich:

Arabica-Bohnen

Arabica-Bohnen sind der sanftere Teil der Gleichung. Sie enthalten weniger Chlorogensäure und weniger Koffein als Robusta, dafür mehr feine Aromen. Ein hoher Arabica-Anteil ist einer der zuverlässigsten Hinweise darauf, dass ein Kaffee magenfreundlich sein wird – besonders, wenn er aus höheren Anbaulagen stammt.

Robusta-Bohnen

Robusta-Bohnen haben von Natur aus mehr Koffein – und ebenso mehr Chlorogensäure. Sie bringen Kraft, Körper und eine dichte Crema in die Tasse, sind aber für empfindliche Mägen die problematischere Bohne. Das heißt nicht, dass Robusta schlecht wäre. Viele klassische italienische Espresso-Mischungen leben von einem kleinen Robusta-Anteil, der für Biss und Crema sorgt. Wer aber einen ausgesprochen säurearmen Kaffee sucht, greift zu einer Mischung mit hohem oder reinem Arabica-Anteil – und zwar aus einer Rösterei, die sich Zeit nimmt.

Woran Sie einen wirklich säurearmen Kaffee erkennen

Drei Kriterien führen zuverlässig zum Ziel:

  • Röstverfahren: Trommelröstung, idealerweise Langzeitröstung über 15 Minuten. Industrielle Schnellröstung meiden.
  • Sortenmischung: Hoher Arabica-Anteil, bei sehr empfindlichen Mägen 90 bis 100 Prozent Arabica.
  • Herkunft des Rösters: Kleine und mittelgroße Röstereien, vor allem aus Italien, rösten traditionell länger und schonender als die großen Industrieanlagen. Namen auf der Packung statt anonymer Massenware.

Genau diese Auswahl finden Sie in unserem Sortiment: säurearme Kaffees aus kleinen italienischen Familienröstereien, die ihre Bohnen im Trommelröster langsam und sorgfältig verarbeiten. Diemme, Martella, Omkafè, Maria Sole, Mokaflor oder Barbera sind Namen, hinter denen Handwerk steht – und das schmeckt und verträgt man.

Unsere Empfehlungen: vier säurearme Kaffees aus unserem Sortiment

Je nach Geschmacksrichtung und Zubereitungsart gibt es den richtigen säurearmen Kaffee für fast jeden Anspruch. Vier Röstungen aus unserem Sortiment, die sich als besonders magenfreundlich bewährt haben:

Martella Maximum Class – 90 % Arabica, hell geröstet, besonders mild

Die Spitzenröstung aus dem Hause Martella: 90 Prozent Arabica, 10 Prozent Robusta, schonend und langsam im Trommelröstverfahren in kleinen Chargen geröstet. Weiche Säurewerte, dichte Crema, feine Schokoladen- und Malznoten. Für alle, die einen ausgewogenen, sehr bekömmlichen Espresso mit hoher geschmacklicher Tiefe suchen. Martella Maximum Class – 1000 g Bohnen ansehen

Omkafè Ariva Bio – 100 % Arabica, biologischer Anbau, Langzeitröstung

Eine edle Mischung aus 100 Prozent Arabica-Bohnen aus biologischem Anbau in Peru, Bolivien und Äthiopien. Traditionelle Trommelröstung nach italienischer Art, ca. 21 Minuten Röstzeit. Kein Robusta-Anteil, entsprechend wenig Chlorogensäure – eine der magenfreundlichsten Varianten in unserem Shop und die richtige Wahl für besonders empfindliche Mägen. Omkafè Ariva Bio – 1000 g Bohnen ansehen

Jolly Crema – 100 % Arabica, einzeln geröstet, zertifizierter Espresso Italiano

12 verschiedene Arabicasorten aus Mittel- und Südamerika, jede einzeln im Trommelröster geröstet, danach zur Mischung zusammengeführt. Jolly Crema war die erste Mischung überhaupt, die vom Istituto Nazionale Espresso Italiano (INEI) das Gütesiegel „Espresso Italiano“ bekommen hat. Ausgewogen, fein, mit der typisch dezenten Säure eines sortenreinen Arabica. Jolly Crema – 1000 g Bohnen ansehen

Barbera Mago – kräftige neapolitanische Röstung, wenig Säure

Wer einen kräftigen, dunklen Espresso liebt und trotzdem einen säurearmen Kaffee braucht, ist beim Barbera Mago aus Neapel richtig. Die dunkle süditalienische Röstung baut die Chlorogensäure besonders stark ab – das Ergebnis ist ein intensiver, vollmundiger Kaffee mit schokoladigen Nussnoten, starker Crema und wenig Säure. Unsere Empfehlung für Liebhaber des typisch süditalienischen Espresso-Stils. Barbera Mago – 1000 g Bohnen ansehen

Zubereitung: was Sie selbst für einen bekömmlichen Kaffee tun können

Die beste Bohne nützt wenig, wenn die Zubereitung die Säuren unnötig aus dem Pulver zieht. Ein paar Grundregeln machen in der Praxis den Unterschied:

  • Brühtemperatur zwischen 92 und 96 Grad. Darüber wird der Kaffee bitter und sauer.
  • Kurze Kontaktzeit zwischen Wasser und Pulver. Ein Siebträger-Espresso mit 25 Sekunden Extraktionszeit ist für den Magen in der Regel freundlicher als eine French Press mit vier Minuten Ziehzeit.
  • Nicht zu fein mahlen, wenn Sie zu Säure neigen. Ein feineres Pulver zieht mehr Stoffe aus der Bohne, darunter auch mehr Chlorogensäure.
  • Milch hilft. Eiweiß und Fett in der Milch binden einen Teil der Säuren. Ein Cappuccino oder Latte Macchiato ist deshalb für viele verträglicher als ein purer Espresso – auch wenn ein echter italienischer Purist dem widersprechen würde.

Säurearmer Kaffee im Kaffee-eShop online kaufen

Wir importieren seit fast zwei Jahrzehnten Kaffee aus kleinen italienischen Röstereien, die noch rösten wie vor fünfzig Jahren: langsam, im Trommelröster, mit Geduld. Unser Sortiment an säurearmen Kaffees reicht vom kräftigen Espresso mit moderatem Robusta-Anteil bis zum reinen 100-Prozent-Arabica für besonders empfindliche Mägen – als ganze Bohne oder gemahlen, für Kaffeevollautomaten, Siebträger, Espressokocher oder French Press. Auch koffeinfreier Kaffee aus schonender Röstung ist verfügbar.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Kaffee zu Ihrem Magen passt: Schreiben Sie uns. Jede Mail wird persönlich beantwortet.

Häufige Fragen zu säurearmem Kaffee

Was macht einen Kaffee säurearm?

Säurearmer Kaffee enthält wenig Chlorogensäure. Erreicht wird das durch lange, schonende Röstung im Trommelröster und einen hohen Arabica-Anteil.

Ist säurearmer Kaffee auch koffeinarm?

Nein. Säuregehalt und Koffeingehalt sind zwei verschiedene Dinge. Arabica enthält zwar tendenziell weniger von beidem als Robusta, trotzdem ist ein säurearmer Kaffee nicht automatisch koffeinarm. Wer beides reduzieren möchte, braucht einen koffeinfreien, schonend gerösteten Arabica.

Hilft säurearmer Kaffee bei Sodbrennen?

Viele Kunden berichten, dass sie schonend gerösteten Kaffee mit hohem Arabica-Anteil deutlich besser vertragen als Supermarktkaffee. Bei anhaltenden Magenbeschwerden sollten Sie die Ursache trotzdem ärztlich abklären lassen.

Hat Espresso weniger Säure als Filterkaffee?

Ja. Durch die sehr kurze Extraktionszeit gelangt weniger Chlorogensäure ins Getränk. Ein gut gezogener Espresso ist für empfindliche Mägen oft die verträglichste Zubereitungsform.

Ist Kaffee mit Milch magenfreundlicher?

Ja. Eiweiß und Fett in der Milch puffern einen Teil der Säuren ab. Cappuccino, Latte Macchiato oder einfach Kaffee mit einem Schuss Milch sind für viele besser verträglich als schwarzer Kaffee.

Welche italienischen Röstereien stehen für säurearmen Kaffee?

Kleine und mittelgroße Familienröstereien, die im Trommelröster langzeitrösten, sind hier die erste Adresse. In unserem Sortiment sind das unter anderem Diemme, Martella, Omkafè, Maria Sole, Mokaflor und Barbera – alle mit klarem Fokus auf Arabica-lastige Mischungen und schonende Röstung.