ITALIENISCHE KAFFEESPEZIALITAETEN: ESPRESSO, CAPPUCCINO, RISTRETTO & CO.

Sie sitzen in einer italienischen Bar und versuchen, einen Kaffee zu bestellen — und stehen plötzlich vor einer Liste, die wie ein eigenes Vokabelheft wirkt. Die wichtigsten italienischen Kaffeespezialitäten lassen sich auf wenige klare Prinzipien zurückführen — wenn man sie kennt, ist das Bestellen plötzlich leicht. Genau das ist das Ziel dieses Beitrags: Ich erkläre Ihnen die zwölf wichtigsten Spezialitäten, was sie unterscheidet, wann man sie bestellt — und wo sich Deutsche und Österreicher in der italienischen Bar typischerweise wundern. 

Vorab eine ehrliche Position: Ich bin Espresso-Purist. Wenn ich in Italien bin, trinke ich zu 90 % Espresso, der Rest ist Cappuccino. Lungo? Für mich ein No-Go. Ein Caffè muss kurz und stark sein. Sie bekommen also keine Glossar-Aufzählung, sondern eine Einordnung mit klarer Haltung — und genug Detail, damit Sie selbst entscheiden können, was zu Ihnen passt. Viel Spaß bei der Lektüre!

Auf einen Blick:

  • In Italien ist „Caffè" immer der Espresso — nicht der Filterkaffee. Wer einfach „un caffè" bestellt, bekommt einen Espresso aus 7 g Kaffeemehl, 25–30 ml, in 25–30 Sekunden bei 9 bar extrahiert.
  • Ristretto (15–20 ml) und Lungo (50–60 ml) entstehen aus derselben Bohnenmenge wie der Espresso — der Unterschied liegt nur in der Wassermenge.
  • Cappuccino in Italien ist immer mit aufgeschäumter Milch, nie mit Schlagobers. Der österreichische Kapuziner mit Schlag ist die historische Vorform des Cappuccinos.
  • Caffè Latte und Latte Macchiato sind nicht dasselbe: Caffè Latte ist homogen in der Tasse, Latte Macchiato kommt geschichtet im hohen Glas.
  • Die korrekte Pluralform von Espresso ist „due espressi" — auch wenn viele Italiener selbst „due espresso" sagen.

LESEZEIT: 11 Minuten

Inhaltsverzeichnis:

  1. Caffè heißt Espresso: Die wichtigste Vokabel zuerst
  2. Der Espresso: Maßstab für alles andere
  3. Ristretto und Lungo: Konzentrat oder Streckung
  4. Cappuccino: Wo Deutsche und Österreicher sich wundern
  5. Caffè Macchiato und seine Verwandten
  6. Caffè Latte vs. Latte Macchiato
  7. Die Spezialisten: Marocchino, Shakerato, Corretto, in ghiaccio
  8. Welche Bohne für welche Spezialität?
  9. Fazit: Espresso first — der Rest ist Geschmackssache
  10. FAQs

1) Caffè heißt Espresso: Die wichtigste Vokabel zuerst Espresso-Tasse mit goldener Crema in italienischer Bar-Atmosphäre

„Caffè" bedeutet in Italien immer Espresso — nicht Filterkaffee, nicht Crema, nicht Schümli. Wer in einer italienischen Bar „un caffè, per favore" bestellt, bekommt eine kleine Tasse mit 25 bis 30 Millilitern dunkelbrauner Flüssigkeit und einer feinporigen, goldbraunen Crema. Diese Definition ist die Basis für alle weiteren italienischen Kaffeespezialitäten. Wer das verstanden hat, hat das wichtigste Vokabular für die Bar bereits in der Tasche. 

Eine Frage, die ich selbst lange nicht eindeutig beantworten konnte: Heißt der Plural „due espresso" oder „due espressi"? Auch Italiener sind da nicht einheitlich — viele sagen „due espresso" wie ein unveränderliches Markenwort. Aufgelöst hat es ein italienischer Bekannter am Gardasee: Grammatikalisch korrekt ist „due espressi", weil „espresso" im Italienischen ein normales Substantiv mit Plural auf „-i" ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sagt „due caffè" — denn „caffè" bleibt im Plural unverändert. 

Wer tiefer in die Bar-Kultur und das richtige Verhalten am Tresen einsteigen will, findet im Bar-Codex Italia die Etikette in vollständiger Form — von Stehen vs. Sitzen bis zum Trinkgeld. Und wer einen Überblick über die italienische Kaffeekultur sucht, wird dort fündig. 

2) Der Espresso: Maßstab für alles andere

Der Espresso ist ein konzentrierter Kaffee aus 7 g (±0,5 g) fein gemahlenem Pulver, extrahiert mit 9 bar Druck und 90–95 °C heißem Wasser zu einer Tasse von 25–30 ml in 25–30 Sekunden. Das ist die offizielle Definition des Istituto Nazionale Espresso Italiano (INEI), und sie ist der Maßstab, an dem sich jeder andere italienische Kaffee misst — vom Ristretto bis zum Cappuccino. 

Erkennungsmerkmal eines guten Espressos ist die Crema: eine etwa 3 mm hohe, dichte, goldbraune Schaumschicht, feinporig, mit getigerter Musterung. Wenn die Crema fehlt oder hellgrau ist, stimmt etwas nicht — meistens die Bohnen, der Mahlgrad oder die Temperatur. Wer mehr zum Mahlvorgang erfahren möchte, findet die Details unter Mahlgrad und Kaffeemühle. Eine Hintergrund-Erklärung zur Crema selbst — was sie chemisch ausmacht und warum Robusta-Anteile sie verstärken — gibt es in unserem Beitrag zur Espresso-Crema

Meine persönliche Position: 90 % Espresso, 5 % Cappuccino

Ein perfekter, guter, starker Espresso mit einer schönen Crema — dann ist für mich das Leben schön. So einfach. Ich brauche keine Verfeinerungen, keine Variationen, keine Experimente in der Tasse. Wenn ich in Italien bin, sind 90 % meiner Bestellungen ein Espresso, die restlichen 10 % ein Cappuccino am Vormittag. Dieser Beitrag ist für die anderen 90 % der Welt — die alle anderen Spezialitäten kennenlernen wollen — und für die 10 % wie mich, die einfach wissen wollen, warum der Caffè in Mailand anders schmeckt als der in Neapel. 

Wer eine echte Espresso-Mischung sucht, die diese Definition voll trifft, findet sie im Sortiment von Omkafe. Die Hausmischung Omkafe Diamante (1000 g) mit 8 % Robusta-Anteil ist meine Empfehlung für alle, die einen klassischen italienischen Espresso mit dichter Crema wollen — wie ich Diamante und Ariva Bio in einem eigenen Vergleichsbeitrag ausführlich gegenübergestellt habe. 

3) Ristretto und Lungo: Konzentrat oder Streckung

Ristretto und Lungo sind die zwei Pole rund um den klassischen Espresso: derselbe Pulvereinsatz von 7 g, aber unterschiedliche Wassermengen. Beim Ristretto wird die Extraktion früher gestoppt — das Resultat sind 15–20 ml einer noch konzentrierteren, dichteren Flüssigkeit. Beim Lungo läuft mehr Wasser durch das Sieb (50–60 ml), die Extraktion dauert länger, das Ergebnis ist ein milderer, längerer Kaffee. 

Ristretto: Das Konzentrat

Ein Ristretto ist ein Espresso mit halber Wassermenge, also 15–20 ml aus 7 g Pulver in etwa 15–20 Sekunden. Weil weniger Wasser durch dasselbe Pulver läuft, sind die im Wasser frühextrahierten Aromen — Süße, fruchtige Säure, Schokoladentöne — überproportional vertreten. Bittere Bestandteile, die erst spät extrahiert werden, fehlen weitgehend. Der Ristretto ist deshalb runder, dichter, weniger bitter als der Espresso, aber mit demselben Koffeingehalt. 

Hin und wieder bestelle ich selbst einen Ristretto. Aber ehrlich gesagt: In den meisten italienischen Bars ist der Espresso ohnehin schon so kurz und intensiv, dass der Ristretto eher die Ausnahme bleibt. Wer eine besonders aromatische, fast sirupartige Variante mag, sollte ihn aber unbedingt einmal probieren. 

Lungo: Die Streckung — und warum ich ihn nicht trinke

Ein Caffè lungo ist ein Espresso mit doppelter Wassermenge — 50–60 ml aus denselben 7 g Pulver, längere Extraktionszeit von 35–45 Sekunden. Das Ergebnis: ein milderer, schwächerer Kaffee — aber auch ein Kaffee, in dem mehr bittere Spätextraktionsaromen mitlaufen. Wer Lungo gegen Espresso direkt vergleicht, merkt: Die Crema ist heller, dünner, der Geschmack flacher. 

Hier wird es persönlich: Ich würde nie im Leben einen Kaffee mit Wasser verlängern, damit er weniger nach Kaffee schmeckt. Das ist für mich eine Horrorvorstellung. Genau dasselbe gilt für mich auch beim österreichischen „Verlängerten" — wenn ich einen Kaffee will, dann will ich Kaffee schmecken, nicht heißes Wasser mit einer Ahnung von Espresso. Wer es milder mag, sollte lieber zur Brühmethode wechseln und Filterkaffee trinken — der ist von Natur aus weniger konzentriert, ohne dass man Espresso strecken muss. 

Das ist meine ehrliche Position. Wenn Sie Lungo lieben — bitte gerne, der Bestellprozess in Italien ist genau derselbe: „un caffè lungo, per favore". Sie bekommen, was Sie wollen. 

4) Cappuccino: Wo Deutsche und Österreicher sich wundern

Ein Cappuccino in Italien besteht aus einem Espresso (25–30 ml), aufgegossen mit etwa 120 ml gedämpfter Vollmilch und gekrönt von einer feinporigen Mikroschaum-Schicht — niemals mit Schlagobers. Diese Definition ist wichtig, weil sich gerade Deutsche und Österreicher hier oft wundern. Der italienische Cappuccino kennt keinen Sahneklecks und keine Sprühsahne; die Krönung entsteht ausschließlich durch geschäumte Milch. 

Schlag oder Milchschaum? Die historische Wurzel

Der Begriff „Cappuccino" leitet sich tatsächlich vom österreichischen „Kapuziner" ab — eine Wiener Kaffeespezialität aus dem 18. Jahrhundert, die nach der Robe der Kapuzinermönche benannt wurde, weil die Farbe von Kaffee mit Schlagobers an deren Ordenstracht erinnerte. Den Vorgänger des Cappuccinos kann man bis heute in Wiener Kaffeehäusern bestellen — den Kapuziner mit Schlagobers. Erst mit der Erfindung der Dampfdruck-Espressomaschine zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es möglich, Milch zuverlässig aufzuschäumen — und der italienische Cappuccino mit Mikroschaum war geboren. 

Auch in Österreich erlebe ich es immer wieder, dass man — gerade in touristischen Regionen — einen Cappuccino mit Schlag statt mit aufgeschäumter Milch serviert bekommt. Beides hat seine Berechtigung, ist aber definitorisch nicht dasselbe Getränk. Wenn Sie den klassischen italienischen Cappuccino wollen, sagen Sie es beim Bestellen explizit: „mit Milchschaum, bitte" — oder bestellen Sie ihn am besten gleich in Italien selbst. 

Cappuccino-Etikette in Italien

Italiener trinken Cappuccino fast ausschließlich am Vormittag, üblicherweise zum Frühstück, spätestens bis 11 Uhr. Nach dem Mittagessen wird er als Verdauungsbremse betrachtet und ist deshalb selten. Diese und weitere Bestell-Konventionen — Stehen vs. Sitzen, Trinkgeld, was zu welcher Tageszeit „passt" — habe ich im Bar-Codex Italia ausführlich beschrieben. 

Für den Cappuccino zu Hause empfehle ich eine kräftige Espresso-Mischung, die genug Körper mitbringt, um in der Milch nicht unterzugehen — eine ausgewogene Allround-Bohne wie Omkafe Diamante (1000 g) passt für die meisten Cappuccino-Trinker. Wer einen dominanteren Espresso-Charakter durch die Milch will, greift zur kräftigeren Barbera Mago (1000 g) aus Neapel mit 30 % Robusta-Anteil. 

5) Caffè Macchiato und seine Verwandten Caffè Macchiato in kleiner Tasse mit Milchschaumkrönchen und Cappuccino daneben

Ein Caffè Macchiato ist ein Espresso mit einem kleinen Tropfen oder Krönchen geschäumter Milch — „macchiato" heißt wörtlich „gefleckt", weil die Milch wie ein heller Fleck auf dem dunklen Espresso liegt. Im Gegensatz zum Cappuccino, der zur Hälfte aus Milch besteht, ist der Macchiato eindeutig ein Espresso-Getränk: 25–30 ml Espresso plus etwa 10–15 ml Milchschaum, alles in einer Espressotasse. 

Eine wichtige Unterscheidung: „Caffè macchiato caldo" bekommt heißen Milchschaum, „caffè macchiato freddo" kalte Milch. Wer in Italien einfach „un macchiato" bestellt, bekommt meist die warme Variante. 

Ehrlich gesagt: Caffè Macchiato habe ich selbst noch nie getrunken — als Espresso-Purist sehe ich keinen Mehrwert darin, einen perfekten Espresso mit einem Schaumtupfer zu „verfeinern". Aber für alle, die den vollen Espresso-Kick wollen und nur eine kleine Milch-Note dazu, ist der Macchiato die richtige Wahl. Er ist die ideale Brücke zwischen Espresso und Cappuccino. 

6) Caffè Latte vs. Latte Macchiato

Caffè Latte und Latte Macchiato werden in Deutschland und Österreich oft verwechselt — tatsächlich sind es zwei verschiedene Getränke mit unterschiedlicher Zubereitung, Zutaten-Reihenfolge und Servierform. Der wichtigste Hinweis vorab: Wer in Italien „un latte" bestellt, bekommt ein Glas warmer Milch — ohne Kaffee. Der korrekte Begriff für die Mischung aus Espresso und Milch heißt „Caffè Latte". 

Caffè Latte: Espresso plus viel Milch in der Tasse

Ein Caffè Latte ist ein Espresso (25–30 ml), aufgegossen mit etwa 200–240 ml gedämpfter Milch und nur einer dünnen Schicht Mikroschaum — alles homogen vermischt in einer großen Tasse oder einem Becher. Verhältnis Milch zu Kaffee: deutlich milchlastiger als beim Cappuccino. Geschmack: cremig, weich, harmonisch, mit klar spürbarer Espresso-Note bis zum Boden. 

Latte Macchiato: Geschichtet im hohen Glas

Ein Latte Macchiato ist die Umkehrung: Hier wird der Espresso vorsichtig in eine Schicht aus warmer Milch und festem Milchschaum gegossen, der Kaffee „macchia" (befleckt) die Milch. Serviert wird er klassisch in einem hohen Glas, in dem man die drei Schichten — feste Schaumkrone, warme Milch, dunkler Espresso — von oben nach unten erkennen kann. Der Latte Macchiato wurde ursprünglich in Norditalien als „Kinder-Cappuccino" erfunden: ein Getränk mit etwas Kaffee, aber überwiegend Milch, optisch attraktiv durch die Schichtung. 

Praktischer Unterschied beim Bestellen: Caffè Latte kommt in der Tasse, Latte Macchiato im Glas. Caffè Latte ist homogen, Latte Macchiato geschichtet. Caffè Latte hat weniger, Latte Macchiato mehr fester Milchschaum. 

7) Die Spezialisten: Marocchino, Shakerato, Corretto, in ghiaccio

Jenseits der klassischen sechs Spezialitäten gibt es eine Reihe von regionalen italienischen Kaffeespezialitäten, die je nach Region und Saison eine wichtige Rolle spielen. Hier die vier wichtigsten im Schnelldurchlauf — alle sehe ich als spannende Optionen für experimentierfreudige Kaffeetrinker, auch wenn ich selbst, ehrlich gesagt, noch keine davon probiert habe. 

Marocchino: Espresso, Kakao, Milchschaum

Der Marocchino ist eine piemontesische Spezialität aus Espresso, einer dünnen Kakao-Schicht (Kakaopulver oder flüssiger Kakao) und einer Krönung aus Milchschaum — serviert im kleinen Glas. Der Name leitet sich nicht von Marokko ab, sondern von einer braunen Lederfarbe namens „marocchino", die in den 1930er-Jahren in Italien Mode war. Geschmacklich ein Espresso-Cappuccino mit feiner Schokoladennote, kompakter und intensiver als ein klassischer Cappuccino. Wer einen ähnlichen Espresso für die heimische Variante sucht, ist bei Diemme und einer Mischung wie Diemme Miscela Oro (1000 g) gut beraten. 

Caffè Shakerato: Der Sommer-Klassiker

Der Caffè Shakerato ist eiskalter Espresso, kräftig mit Eiswürfeln und Zucker im Cocktailshaker geschüttelt und in ein gekühltes Cocktailglas abgeseiht. Das Ergebnis: ein cremiger, kalter Kaffee mit feinporiger Schaumkrone, ohne Eiswürfel im Glas. In italienischen Bars ist der Shakerato im Sommer der Standard für Eiskaffee-Liebhaber — und damit das genaue Gegenteil des deutschen Eiskaffees mit Vanilleeis und Sahne. Wer den Shakerato „corretto" bestellt, bekommt einen Schuss Likör (Amaretto, Sambuca, Baileys) dazu. 

Caffè Corretto: Espresso mit Schuss

Ein Caffè Corretto ist ein Espresso, „korrigiert" mit einem Schuss Grappa, Sambuca oder einem anderen Likör. Klassiker am Nachmittag oder nach dem Essen. „Correggere" heißt im Italienischen „verbessern" oder „korrigieren" — die Italiener wissen, was sie wollen. Beliebt vor allem in Norditalien, wo der Grappa eine eigene Tradition hat. 

Caffè in ghiaccio: Heißer Espresso über Eiswürfel

Caffè in ghiaccio ist ein heißer Espresso, der direkt über Eiswürfel in ein kleines Glas gegossen wird — im Gegensatz zum Shakerato wird hier nicht geschüttelt. Vor allem in Süditalien (Salento, Apulien) verbreitet, oft mit Mandelmilch („caffè in ghiaccio con latte di mandorla") als süß-aromatische Sommervariante. Der Espresso kühlt am Eis schnell ab, schmilzt es teilweise und ergibt einen leichten, erfrischenden Kaffee. 

8) Welche Bohne für welche Spezialität?

Die meisten guten italienischen Espresso-Mischungen sind Allrounder — sie funktionieren pur ebenso wie in milchhaltigen Spezialitäten. Der entscheidende Unterschied entsteht erst, wenn man bewusst mehr Espresso-Charakter durch die Milch bringen will: dann darf der Robusta-Anteil höher sein. Hier eine kompakte Empfehlung aus dem Sortiment, jeweils in der 1000-g-Variante als wirtschaftlichste Größe. 

  • Espresso pur, Ristretto, Caffè Macchiato: Mischungen mit Robusta-Anteil für dichte Crema und kräftigen Körper — Omkafe Diamante (8 % Robusta), Martella mit der Spitzenmischung Maximum Class aus Marino bei Rom oder die Hausmischung der süditalienischen Rösterei JollyJolly Crema mit 12 Arabica-Sorten aus Karibik und Lateinamerika. 
  • Cappuccino, Caffè Latte, Latte Macchiato: Dieselben drei Allrounder funktionieren auch hier ausgezeichnet — Diamante, Maximum Class und Jolly Crema bringen genug Körper mit, um in der Milch zu bestehen, und punkten mit runden Schokoladen- und Nussnoten. Wer es noch kräftiger mag und einen dominanteren Espresso-Charakter durch die Milch will, greift zur Omkafe Oro oder zur neapolitanischen Rösterei Barbera mit der Mischung Mago und 30 % Robusta — hier setzt sich die Bohne klar gegen die Milchschaummenge durch. 

Wer einen tiefergehenden Vergleich der Topseller sucht, findet ihn im Beitrag Diamante vs. Ariva Bio, eine Einordnung der wichtigsten Kaffeesorten und Bohnenherkünfte im entsprechenden Hub-Beitrag. 

— So geht es weiter —

Welche Bohne passt zu Ihrer Lieblings-Spezialität?

Espresso, Cappuccino, Macchiato — die beste Spezialität beginnt bei der richtigen Bohne. Drei Wege:

„Ich will erst probieren."

Verschiedene Spezialitäten verlangen unterschiedliche Bohnen. Mit einem Probierpaket testen Sie mehrere Sorten im Kleinformat — bevor Sie festlegen, welche Ihre Standard-Bohne wird.

Mein Probierpaket sichern →

Mehrere Sorten · kleine Mengen · für den Direktvergleich

„Ich will eine Bohne für alle Spezialitäten."

Martella Maximum Class: 90 % Arabica, 10 % Robusta, ausgewogen, wenig Säure. Funktioniert pur als Espresso ebenso wie mit Milch — die vielseitige Allround-Bohne.

Martella Maximum 1000 g ansehen →

★ 4,90 Trusted Shops · 90 % Arabica · für Espresso und Milch

„Ich habe eine konkrete Frage."

Welche Bohne perfekt für den Cappuccino, welche für den reinen Espresso? Schreiben Sie uns Ihre Spezialität — wir empfehlen die passende Sorte.

Frage stellen →

Antwort < 24 h · direkt vom Inhaber · oder office@kaffee-eshop.com

9) Fazit: Espresso first — der Rest ist Geschmackssache Espresso, Cappuccino und Caffè Latte nebeneinander auf Marmortheke

Italienische Kaffeespezialitäten lassen sich auf wenige klare Prinzipien zurückführen, sobald man den Espresso als Maßstab verstanden hat. Ristretto ist Konzentration, Lungo ist Streckung, Cappuccino und Caffè Latte fügen Milch in unterschiedlicher Menge hinzu, Macchiato ist die Espresso-Variante mit kleinem Milchakzent, Latte Macchiato die Milch-Variante mit kleinem Espresso-Akzent. Marocchino, Shakerato, Corretto und in ghiaccio sind Spezialisten für bestimmte Tageszeiten, Regionen und Geschmacksrichtungen. 

Meine ehrliche Empfehlung: Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie wollen, bestellen Sie einen Espresso. Sie können in Italien an keiner Bar etwas falsch machen, wenn Sie „un caffè, per favore" sagen. Und wenn der dann gut ist — und in Italien ist er es fast immer — wissen Sie auch, was die Basis ist, von der alle anderen Spezialitäten ausgehen. 

Wenn Sie zu Hause die italienische Bar nachbauen wollen, finden Sie das passende Bohnen-Sortiment unter Espressokaffee und in meiner persönlichen Favoritenliste. Wer noch tiefer in die Bohnenfrage einsteigen will, findet im Vergleich Arabica vs. Robusta die Grundlagen für die richtige Mischung. Buon caffè! 

10) FAQs zu italienischen Kaffeespezialitäten

Was ist der Unterschied zwischen Espresso, Ristretto und Lungo?

Alle drei werden aus 7 g Kaffeepulver bei 9 bar Druck zubereitet — der Unterschied liegt nur in der Wassermenge und damit in der Extraktionsdauer. Ristretto: 15–20 ml in 15–20 Sekunden, konzentriert und süß. Espresso: 25–30 ml in 25–30 Sekunden, der Standard. Lungo: 50–60 ml in 35–45 Sekunden, milder und länger. 

Warum bekomme ich in Italien einen Cappuccino mit Milchschaum statt mit Sahne?

Der italienische Cappuccino wird ausschließlich mit gedämpfter und aufgeschäumter Milch zubereitet, niemals mit Schlagobers oder Schlagsahne. Der Begriff „Cappuccino" stammt zwar vom Wiener „Kapuziner" (der traditionell mit Schlag serviert wurde), aber die italienische Version entwickelte sich mit der Erfindung der Espressomaschine zu einem reinen Milchschaum-Getränk. 

Heißt es „due espresso" oder „due espressi"?

Grammatikalisch korrekt ist „due espressi" — „espresso" ist ein normales italienisches Substantiv mit Plural auf „-i". Viele Italiener sagen aber selbst „due espresso" und nutzen das Wort wie ein unveränderliches Markenwort. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bestellt einfach „due caffè" — denn „caffè" bleibt im Plural unverändert. 

Was ist der Unterschied zwischen Caffè Latte und Latte Macchiato?

Caffè Latte ist ein Espresso, gemischt mit etwa 200–240 ml gedämpfter Milch, homogen serviert in einer großen Tasse. Latte Macchiato ist umgekehrt: warme Milch und fester Milchschaum im hohen Glas, der Espresso wird darauf gegossen und „befleckt" die Milch — die drei Schichten sind sichtbar geschichtet. Caffè Latte schmeckt cremig-harmonisch, Latte Macchiato hat eine deutliche Milchschaum-Krone. 

Portrait Author

WALTER GEFÄLL

Kaffee-Experte und Inhaber von Kaffee-eShop, 8. Mai 2026 

von Walter Gefäll - 8 May, 2026

Unsere beliebtesten Röstungen
Jede für sich ein kleines Meisterwerk

Artikelliste